Kinder, Haushalt, Arbeit und zusätzlich eine Ausbildung? Bettina Künold und Nadine Mößner stellen sich seit September dieser Herausforderung. Die beiden Frauen absolvieren die von der Bundesagentur für Arbeit geförderte Ausbildung zur Altenpflegerin an der Berufsfachschule für Altenpflege Weißenburg auf der Wülzburg. Dass sie sich gerade für diese Schule entschieden haben, ist kein Zufall: Die Einrichtung der Rummelsberger Diakonie bietet die Ausbildung in einem Teilzeitmodell an. „Es ist ein unglaublicher organisatorischer Aufwand“, sagt Schulleiterin Dorothea Eidam. Aber es lohnt sich: 13 Teilzeitschülerinnen und –schüler besuchen die Schule insgesamt. „Sie sagen alle: ,Ohne dieses Modell könnten wir es nicht machen‘“, so Eidam.
Bettina Künold und Nadine Mößner haben beide Kinder und arbeiten neben der Ausbildung bei einem ambulanten Pflegedienst. Mößner hat nach der Schule ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in einem Krankenhaus gemacht und wurde dann Altenpflegehelferin. Nach der Elternzeit stieg sie wieder in ihren gelernten Beruf ein, merkte aber, dass ihr etwas fehlte: „Ich wollte mehr machen, Fachkraft sein“, erzählt die 28-Jährige. „Wenn die älteren Menschen Fragen haben, möchte ich ihnen kompetent Antworten geben.“ Natürlich habe sie auch der Verdienst gereizt. Als Alleinerziehende hätte sie die Ausbildung aber niemals in Vollzeit machen können. Deswegen ist sie froh, dass die Berufsfachschule für Altenpflege Weißenburg ihr die Möglichkeit bietet, die Ausbildung zur Altenpflegerin in Teilzeit zu absolvieren.
Das funktioniert so, dass die Schülerinnen und Schüler 25 Stunden in der Woche in einer Einrichtung der Altenpflege arbeiten. In Blockwochen lernen sie den theoretischen Teil der Ausbildung. Die Unterrichtszeiten sind an die Bedürfnisse von Eltern angepasst: Die Auszubildenden in Teilzeit starten morgens später und gehen mittags früher, sodass sie sich um ihre Kinder kümmern können.
Das war auch für Bettina Künold der Grund dafür, dass sie sich für die Ausbildung entschieden hat. Die 36-Jährige hatte ebenfalls nach der Schule ein FSJ im Klinikum gemacht und wurde anschließend Arzthelferin. Sie ist also strenggenommen Quereinsteigerin in den Beruf der Altenpflegerin. Deswegen musste sie erst eine „Kompetenzfeststellungsprüfung“ machen, ehe sie ins zweite Ausbildungsjahr einsteigen durfte. „Ich fühle mich hier sehr gut aufgehoben“, sagt sie über die Schule. Einfach ist es natürlich nicht, Familie, Haushalt, Arbeit und die Ausbildung unter einen Hut zu bekommen. „Aber man wächst mit seinen Aufgaben“, schmunzelt Künold.
von: Andrea Wismath